In unseren FAQ finden Sie Antworten auf häufige Fragen rund um Kinderwunsch, Fruchtbarkeit sowie moderne Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten für Frauen und Männer. Unser Ziel ist es, Sie verständlich, transparent und einfühlsam auf Ihrem Weg zum Wunschkind zu begleiten – von den ersten Informationen bis zur individuellen Therapie in unserer Kinderwunschklinik.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Kinderwunsch
Wann sollte man ein Kinderwunschzentrum aufsuchen?
Wenn eine Schwangerschaft trotz regelmässigen ungeschützten Geschlechtsverkehres über sechs bis zwölf Monate ausbleibt, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Frauen über 35 Jahren wird empfohlen, bereits nach sechs Monaten Kontakt aufzunehmen, da die Fruchtbarkeit mit dem Alter deutlich abnimmt.
Was passiert beim ersten Termin?
Beim Erstgespräch geht es um eine ausführliche Erhebung Ihrer Krankengeschichte. Dabei sprechen wir über den bisherigen Kinderwunschverlauf, eventuell vorhandene Vorbefunde, frühere Schwangerschaften oder Fehlgeburten, Zyklusverlauf, Lebensstil und die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs. Auf Basis dieses Gesprächs planen wir individuell weitere Abklärungen oder Therapien.
Welche Untersuchungen sind am Anfang notwendig?
Zu Beginn erfolgen meist eine gynäkologische Untersuchung, Hormonanalysen, eine Ultraschallkontrolle der Eierstöcke und Gebärmutter sowie eine Spermienanalyse beim Mann. Je nach Befund können weitere spezifische Abklärungen folgen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten werden bei fertisuisse angeboten?
Wir bieten alle gängigen Formen der assistierten Reproduktion an, darunter innovative hormonelle Stimulationsbehandlungen, Inseminationen (IUI), Inseminationen mit Samenspenden, In-vitro-Fertilisation (IVF), intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI und Präimplantationsdiagnostik. Wir führen auch operative Behandlungen wie Hysteroskopien und Laparoskopien durch. Die Auswahl der Therapie hängt von der jeweiligen Diagnose und Situation ab.
Werden gleichgeschlechtliche Paare bei fertisuisse behandelt?
Ja, seit Einführung der „Ehe für alle“ dürfen lesbische Ehepaare in der Schweiz eine Samenspende in Anspruch nehmen. Wir beraten gleichgeschlechtliche Paare umfassend über rechtliche und medizinische Aspekte und begleiten sie durch den gesamten Behandlungsprozess.
Können alleinstehende Frauen bei fertisuisse behandelt werden?
Gemäss geltendem Schweizer Recht ist eine Samenspende nur für verheiratete Paare erlaubt. Alleinstehende Frauen können daher aktuell nicht in der Schweiz behandelt werden, wir beraten jedoch gerne über seriöse Auslandsoptionen und unterstützen mit medizinischer Diagnostik.
Was bedeutet „ungeklärte Infertilität“?
In rund 20 Prozent der Fälle lässt sich trotz ausführlicher Diagnostik keine eindeutige Ursache für den ausbleibenden Kinderwunsch finden. In solchen Situationen sprechen wir von idiopathischer oder ungeklärter Infertilität. Auch hier stehen verschiedene Behandlungsstrategien zur Verfügung.
Welche Rolle spielen Alter und Lebensstil bei der Fruchtbarkeit?
Das Alter, insbesondere der Frau, ist ein entscheidender Faktor. Die Eizellqualität und die Anzahl Eizellen sinken ab Mitte 30 deutlich. Auch Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Alkohol, Stress und Schlafmangel können die Fruchtbarkeit bei beiden Partnern negativ beeinflussen.
Ist eine Kinderwunschbehandlung mit Risiken verbunden?
In unserem Kinderwunschzentrum in Olten und Basel legen wir grössten Wert auf Sicherheit. Hormonbehandlungen und invasive Eingriffe wie die Eizellentnahme werden sorgfältig überwacht. Dennoch können in seltenen Fällen Nebenwirkungen wie Überstimulation auftreten – wir klären Sie vor Therapiebeginn umfassend auf.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
In der Schweiz übernehmen die Grundversicherungen die Kosten für gewisse Basisabklärungen. Reproduktionsmedizinische Behandlungen wie IVF oder ICSI sind hingegen in der Regel nicht kassenpflichtig und müssen vom Paar selbst getragen werden. Wir erstellen Ihnen vor Beginn der Therapie einen transparenten Kostenplan.
Wie lange dauert eine Behandlung?
Die Dauer hängt vom gewählten Verfahren und der individuellen Situation ab. Eine IVF-Behandlung umfasst meist mehrere Wochen, einschliesslich hormoneller Stimulation, Eizellentnahme und Embryotransfer. In manchen Fällen sind mehrere Zyklen nötig, bis eine Schwangerschaft eintritt.
Was passiert, wenn die Behandlung nicht erfolgreich ist?
Ein negatives Testergebnis ist emotional sehr belastend. Wir bieten Ihnen jederzeit psychologische Unterstützung und besprechen gemeinsam die nächsten Schritte – sei es ein neuer Behandlungsversuch, ein alternatives Vorgehen oder gegebenenfalls die Verarbeitung des Abschieds vom Kinderwunsch.
Können eingefrorene Eizellen später verwendet werden?
Ja. Im Rahmen gesetzlicher Vorgaben dürfen unbefruchtete Eizellen in der Schweiz eingefroren und für einen späteren Versuch verwendet werden. Die Lagerung erfolgt in unserem Zentrum unter streng kontrollierten Bedingungen.
Was passiert mit überzähligen Embryonen?
Überzählige Embryonen können im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen für weitere Behandlungszyklen verwendet oder – nach Rücksprache mit dem Paar – verworfen werden. Eine Verwendung für Forschung oder Spende ist in der Schweiz nicht erlaubt.
Wie kann ich mich auf einen ersten Termin vorbereiten?
Bitte bringen Sie vorhandene medizinische Unterlagen (z. B. Hormonwerte, Operationsberichte, frühere Diagnosen) mit. Es hilft, wenn Sie Ihre Zyklusdaten und Fragen, die Sie beschäftigen, vorab notieren. Kommen Sie, wenn möglich, als Paar – so können wir Ihre Situation ganzheitlich erfassen.
Begriffe schnell erklärt
Was bedeutet eigentlich ICSI? Und was AMH? Unser kleines Wiki bietet fundiertes, verständlich aufbereitetes Wissen rund um die Diagnostik und Therapie in unserem fertisuisse Kinderwunschzentrum. Unser Ziel ist es, Transparenz und sprachliche Klarheit zu schaffen, Ängste zu nehmen und informierte Entscheidungen zu ermöglichen. Hierfür ist eine kurze Erläuterung von Fremdworten sinnvoll und notwendig.
AMH
Das Anti-Müller-Hormon (AMH), englisch Anti-Muellerian hormone (AMH) ist ein Proteohormon bzw. Glykoprotein, das eine Rolle in der sexuellen Differenzierung während der Embryonalentwicklung spielt. Mutationen im AMH-Gen sind für sexuelle Differenzierungsstörungen verantwortlich. AMH wird auch von den Eierstöcken produziert. Die Bestimmung der AMH Konzentration ist auch für die Evaluation der Ovarialreserve wichtig.
Anovulation
Unter Anovulation versteht man das Ausbleiben des Eisprungs (Ovulation) im weiblichen Zyklus. Man spricht in diesem Fall von einem anovulatorischen Zyklus. Anovulatorische Zyklen kommen typischerweise beim PCO Syndrom vor aber auch bei einer Hyperprolaktinämie (zu hohe Prolaktinkonzentration im Blut). Störungen der Hypothalamus-Hypophysen-Ovar Achse führen ebenfalls häufig zu anovulatorischen Zyklen.Chronische Anovulation ist eine häufige Ursache für weibliche Unfruchtbarkeit.
Blastozystenstadium
Durch den medizinischen Fortschritt ist es möglich geworden, Embryonen bis zum Blastozystenstadium zu kultivieren. Meistens erreicht ein Embryo innerhalb von 5-6 Tagen das Blastozystenstadium. Die Schwangerschaftsrate ist höher, wenn ein Embryo im Blastozystenstadium übertragen wird.
Endometriose
Endometriose ist eine häufige, gutartige, oft schmerzhafte chronische Erkrankung von Frauen, bei welcher der Gebärmutterschleimhaut (dem Endometrium) ähnliches Gewebe ausserhalb der Gebärmutterhöhle (ektop) vorkommt.
Wie die normale Gebärmutterschleimhaut verändert sich auch das Endometriosegewebe während des Menstruationszyklus und kann Gewebeblutungen, Narbenbildung und Schmerzen bewirken. Die Endometriose tritt meist im unteren Bauch- bzw. Beckenraum auf, zum Beispiel auf der Gebärmutter oder den Eileitern. Häufig sind dabei die Eierstöcke ebenfalls betroffen. Ein Befall der Gebärmuttermuskulatur heißt Adenomyose (Adenomyosis uteri). Eine Ausbreitung auf die Scheidenwand und den Darm (Dickdarm) kommt vor. Selten wurde Endometriose in der Lunge, anderen inneren Organen und im Gehirn beschrieben. Endometriose kann eine Ursache von Unfruchtbarkeit bei Frauen sein. Die Ursachen für die Entstehung einer Endometriose sind bisher nicht völlig geklärt werden konnte, besteht keine Möglichkeit einer ursächlichen Behandlung oder einer Vorbeugung. Die Behandlung der Erkrankung schließt schliesst die operative Entfernung oder Zerstörung der Herde sowie eine hormonelle Hemmung des Zyklus ein, um die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens der Endometriose zu verringern. Eine vollständige Entfernung einer weit verteilten, diffusen Endometriose in der Gebärmutterwand (Adenomyose) kann nur durch eine Gebärmutterentfernung erreicht werden.
ICSI
Intrazytoplasmatische Spermieninjektion
Die ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) ist die häufigste Methode einer künstlichen Befruchtung. Mit ihrer Hilfe haben auch Männer mit schweren Fruchtbarkeitsstörungen die Chance, ihren Kinderwunsch zu erfüllen.
Infertilität
Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht eine Unfruchtbarkeit (lat. Infertilität), wenn trotz regelmässigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft eintritt.
IVF
In-Vitro-Fertilisation
Die IVF (In-Vitro-Fertilisation) ist eine Methode der künstlichen Befruchtung. Die „in vitro“ Befruchtung im Reagenzglas kam erstmals 1978 erfolgreich zur Anwendung. Einfach Eizellen und Samenzellen zusammenschütten, reicht aber nicht. Eine IVF-Behandlung besteht aus fein aufeinander abgestimmten Schritten.
OAT-Syndrom
Das OAT-Syndrom (Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom) ist eine krankhafte Veränderung der Spermien. Hierbei sind zu wenig (oligo), zu gering bewegliche (astheno) und vermehrt fehlgeformte (terato) Spermien zu sehen. Es geht häufig mit männlicher Unfruchtbarkeit einher.
PID
Präimplantationsdiagnostik
Unter Präimplantationsdiagnostik versteht man die Untersuchung eines Embryos vor dem Transfer in die Gebärmutterhöhle. Beim PGS oder richtiger PGT-A werden die Anzahl und Verteilung der Chromosomen des Embryos untersucht. Beim PGT-M werden gezielt veränderte Gene, die zu schweren Erbkrankheiten führen, gesucht.
Für eine Präimplantationsdiagnostik muss eine künstliche Befruchtung durchgeführt werden. Nach der Entnahme der Eizellen und der Befruchtung werden die befruchteten Eizellen im Inkubator kultiviert. Wenn der Embryo anfängt zu schlüpfen (meistens nach 5-6 Tagen), werden einige Zellen aus der Hülle des Embryos entnommen (Trophektodermbiopsie). Die Hülle wird später zum Mutterkuchen. Diese Zellen werden genetisch untersucht. Bei Frauen, die älter als 37 Jahre alt sind, kann dadurch die Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer und die Zeit bis zur Geburt eines Kindes verkürzt werden. Die Präimplantationsdiagnostik wird auch bei Paaren, deren Kinder von lebensbedrohenden Erbkrankheiten (monogene Erkrankungen) bedroht sind, eingesetzt.
Time-Lapse-Inkubator
Mit Hilfe des Time-lapse-Inkubators kann die Dynamik des Embryowachstums beurteilt werden. Bis zum Blastozystenstadium (fünf bis sechs Tage) wird jeder einzelne Emalle fünf Minuten fotografiert. So entsteht ein Zeitraffer-Film, der wertvolle Informationen zur Embryonalentwicklung liefert. Eine optimal verlaufende Entwicklung kann die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen. Die time-lapse Inkubation ist auch eine wichtige Voraussetzung zur Durchführung der Präimplantationsdiagnostik. Wenn der Embryo anfängt zu schlüpfen, werden einige Zellen aus der Hülle des Embryos entnommen (Trophektodermbiopsie). Die Hülle wird später zum Mutterkuchen. Diese Zellen werden genetisch untersucht. Bei Frauen, die älter als 37 Jahre alt sind, kann dadurch die Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer und die Zeit bis zur Geburt eines Kindes verkürzt werden. Die Präimplantationsdiagnostik wird auch bei Paaren, deren Kinder von lebensbedrohenden Erbkrankheiten (monogene Erkrankungen) bedroht sind, eingesetzt.